Die Hochschule

Qualitätsmanagement an der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik

Qualitätsmanagement bildet die Grundlage für eine funktionierende und entwicklungsfreudige Hochschule. Innovative Studiengänge, steigende Studierendenzahlen und flexible Lösungen von Herausforderungen brauchen eine strategisch sinnvolle Qualitätspolitik. Auch im Zuge von Akkreditierungsprozessen von Studiengängen und der gesamten Institution muss ein laufendes und sich flexibel anpassendes Qualitätsmanagement vorgewiesen werden.

Die Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik richtet das Augenmerk auf die Qualität von Lehre, Forschung und Weiterbildung. In diesen Bereichen werden die Serviceleistungen und rotierenden Abläufe regelmäßig analysiert, um Stärken aufzudecken und Schwächen perspektivisch auszugleichen. 

Grundlagen des Qualitätsmanagements an der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik sind das Leitbild der Hochschule, eine Erklärung zur Good Governance der Führungsebene der Hochschule und sinnvoll durchdachte Entwicklungsstrategien. In partizipativen, hochschulweiten Prozessen werden Qualitätsziele gesteckt, deren Erreichung gemessen und eine gemeinsame Gestaltung von Wegen anvisiert. Daher wirken am Qualitätsmanagement alle Beteiligten mit; sowohl Studierende als auch Hochschullehrende, Mitarbeiter_innen, Absolvent_innen, Praxispartner_innen und andere.

Das Qualitätsmanagement an der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik umfasst folgende Säulen: 

  • Modelle der Mitwirkung und Zusammenarbeit
  • Diskurse zur Organisations- und Qualitätskultur der Hochschule
  • Qualitätskonzepte guter Lehre, guter Forschung und guter Dienstleistung sowie für die Zusammenarbeit mit Praxispartnern
  • Forschungscodex zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens
  • Ethik-Codex für die Forschung
  • Monitoring-System zur Qualitätssicherung
  • Prozessablaufbeschreibungen für standardisierte Prozesse
  • Lehrevaluation der Studierenden zur Qualität der Lehre 
  • Absolvent_innenevaluation 
  • Studierbarkeitsevaluation
  • Praxispartnerevaluation


Voraussetzung für das Qualitätsmanagement an der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik ist das Zusammenwirken aller Akteur_innen mit Blick auf Datenerhebungen, -auswertungen, Verbesserungen und Umsetzung. In regelmäßigen Abständen wird via Berichtswesen dargelegt, welche Prozesse gestaltet und weiterentwickelt wurden. Ein jährlicher Qualitätsbericht wird von der Vizepräsidentschaft für Forschung erarbeitet und veröffentlicht.

Übersicht der Qualitätsberichte

1. Governance an der HSAP

1.1 Leitprinzipien guter Hochschulführung

Diese Prinzipien bilden den normativen Rahmen der Governance an der HSAP. Sie gelten für alle Gremien, Rollen und Entscheidungsprozesse.

1. Entschlussfähigkeit
Entscheidungen sollen fachlich fundiert, zeitnah und nachvollziehbar getroffen werden. Entscheidungswege sind klar definiert, vermeiden Blockaden und ermöglichen flexible Reaktionen auf neue Entwicklungen.

2. Autonomie der Wissenschaft
Lehrende und Forschende erhalten größtmögliche Freiheit in Lehre und Forschung, solange keine Koordinationsbedarfe bestehen. Fachliche Standards der jeweiligen Disziplinen sind handlungsleitend.

3. Legitimität und Akzeptanz
Entscheidungen müssen rechtlich, organisatorisch und hochschulkulturell legitim sein. Beteiligung der Statusgruppen stärkt Akzeptanz und Qualität der Entscheidungen.

4. Transparenz
Zuständigkeiten, Rollen und Entscheidungswege sind offen einsehbar. Prozessdarstellungen, Geschäftsverteilungspläne und Protokolle schaffen Orientierung und Vertrauen.

5. Konstanz und Kohärenz
Governance-Strukturen sollen verlässlich, konsistent und mit den Werten der Hochschule vereinbar sein. Rollen sind klar definiert, Doppelrollen werden vermieden.

6. Konfliktfestigkeit
Konflikte werden als normaler Bestandteil akademischer Selbstverwaltung verstanden. Strukturen und Verfahren ermöglichen konstruktive Konfliktlösung, klare Zuständigkeiten und transparente Entscheidungsfindung.

7. Ressourcensensibilität
Governance-Prozesse sollen effizient gestaltet sein. Beteiligung erfolgt in angemessenem Umfang und orientiert sich an der Bedeutung des Vorgangs.

1.2 Organigramm

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1.3 Operative Governance: Rollen, Abläufe, Zuständigkeiten

Präsidium
•    trifft operative Entscheidungen im Rahmen der Grundordnung
•    sorgt für transparente Kommunikation (Protokolle, Rechenschaftsberichte)
•    arbeitet kollegial, Ressortverantwortung ist klar verteilt

Akademischer Senat
•    entscheidet über Grundsatzfragen (Studiengänge, Ordnungen, Berufungen)
•    arbeitet durch Verhandlung und kollegiale Selbstorganisation
•    Entscheidungen werden mehrheitlich getroffen und sind hochschulweit bindend
•    hervorzuheben ist die Mehrheit der professoralen Stimmen

Kanzler / Geschäftsführung
•    verantwortet Finanzen, Recht, Personal
•    vertritt Trägerinteressen ohne Eingriff in akademische Selbstverwaltung
•    unterliegt klaren Regeln zur Vermeidung von Interessenkonflikten

Studiengangsleitungen
•    treffen fachliche Entscheidungen in Lehre und Studium
•    koordinieren Praxispartner, Prüfungen, Curricula
•    arbeiten eng mit Lehrenden und Praxispartnern zusammen

Kuratorium & Beirat
•    beraten strategisch
•    bringen externe wissenschaftliche und fachliche Perspektiven ein
•    unterstützen Vernetzung und Qualitätsentwicklung

Studierende
•    wirken in Gremien mit
•    gestalten Lehre durch Evaluationen und Feedback mit
•    bringen Perspektiven in Berufungsverfahren und Studiengangsentwicklung ein

Verwaltung
•    stellt rechtssichere und effiziente Abläufe sicher
•    wird frühzeitig in strategische Prozesse eingebunden
•    arbeitet dienstleistungsorientiert und transparent
 

1.4 Einblick in beispielhafte Prozessdokumentationen

Bachelorarbeiten – Ablauf im Studiengang Soziale Arbeit bbs mit der PA Berlin

Familiengerechte Hochschule: Abflauf zur Beantragung von Urlaubssemestern von Studierenden aufgrund familiärer Verpflichtungen (Schwangerschaft, Beschäftigungsverbot, Elternzeit, Mutterschutz, Pflege o.ä)

2. Qualitätskultur an der HSAP

2.1 Modell der Qualitätskultur: Werte – Strukturen – Praktiken

Qualitätskultur entsteht an der HSAP aus dem Zusammenspiel von gemeinsamen Haltungen, klaren Rahmenbedingungen und konkretem Handeln im Alltag. Dieses Modell macht sichtbar, wie Qualität nicht nur organisiert, sondern gelebt wird.

A. Werte (Haltungsebene)
Diese Werte bilden die Grundlage des Miteinanders und orientieren sich am Leitbild der HSAP.

  • Wertschätzung und respektvolle Kommunikation
  • Verantwortung für gute Lehre, Forschung und Praxis
  • Partizipation und Transparenz
  • Reflexionsbereitschaft und kontinuierliche Weiterentwicklung
  • Gesellschaftliche Verantwortung und Diversitätssensibilität

B. Strukturen (Rahmenbedingungen)
Strukturen schaffen Verlässlichkeit und ermöglichen Qualitätssicherung.

  • Standardisierte Prozesse im QM (z. B. Evaluation, Monitoring, Peer Review)
  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten (z. B. Studiengangsleitungen, Vizepräsidien)
  • Regelmäßige Gremienarbeit (Senat, Beirat, Kuratorium)
  • Verbindliche Qualitätsstandards für Lehre, Forschung und Weiterbildung
  • Transparente Dokumentation und digitale Zugänglichkeit

C. Praktiken (gelebter Alltag)
Qualitätskultur zeigt sich im täglichen Handeln aller Hochschulmitglieder.

  • Feedbackkultur zwischen Studierenden, Lehrenden und Verwaltung
  • Kollegiale Beratung und Austauschformate
  • Beteiligung der Studierenden in Gremien und Entwicklungsprozessen
  • Praxisorientierte Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen
  • Reflexion und Weiterentwicklung von Lehr  und Forschungsformaten
     

2.2 Wie Qualitätskultur im Alltag sichtbar wird

In der Lehre:

  • Transparente Lehrveranstaltungsstrukturen
  • Regelmäßiges Feedback im Semester
  • Wertschätzender, diskriminierungssensibler Umgang
  • Kompetenzorientierte Prüfungsformate
  • Austausch in Lehrendenteams und Studiengangsrunden
  • Theorie Praxis Transfer
     

In der Forschung:

  • Peer Review Verfahren für Forschungsprojekte
  • Gemeinsame Diskussion von Forschungsergebnissen
  • Nutzung wissenschaftlicher Standards und Forschungssatzung
  • Transparente Berichterstattung (Forschungsbericht)

In der Verwaltung:

  • Dienstleistungsorientierte Unterstützung der akademischen Prozesse
  • Klare Abläufe und transparente Kommunikation
  • Beteiligung an strategischen Entwicklungen
  • Verlässliche Dokumentation und Monitoring

In der Zusammenarbeit mit Praxispartnern:

  • Kooperationsgespräche
  • Praxisbesuche
  • Rückmeldeschleifen zur Qualität der Zusammenarbeit
  • Weiterbildungsangebote für Praxisanleitungen

2.3 Konkrete Instrumente der Qualitätskultur

Diese Instrumente verbinden Werte und Strukturen mit dem praktischen Handeln.

A. Feedbackformate

  • Lehrveranstaltungsevaluationen (laufend und semesterweise)
  • Praxisfeedback im Rahmen der Berufspraktischen Studien


B. Austausch- und Reflexionsformate

  • Regelmäßige Lehrendenteamsitzungen
  • Studiengangsspezifische Qualitätszirkel
  • Treffen der Lehrbeauftragten
  • Forschungskolloquien und Institutsratssitzungen
     

C. QM Instrumente

  • Monitoring-System (Kennzahlen, Berichte)
  • Peer Review in der Forschung
  • Prozessmanagement (standardisierte Abläufe)
  • Akkreditierungs- und Reakkreditierungsverfahren

2.4 Verbindung zu den QM Prozessen

Qualitätskultur ist nicht nur ein Leitbild, sondern in alle QM Prozesse integriert.

Studium & Lehre

  • Qualitätskriterien guter Lehre → Grundlage für Evaluation und Lehrentwicklung
  • Studiengangsleitungen → zentrale Rolle in der Qualitätssicherung
  • Prüfungsausschuss → Sicherung fairer und transparenter Prüfungsprozesse


Forschung


Weiterbildung

  • Qualitätskriterien für Angebote, Durchführung und Ergebnisse
  • Regelmäßige Evaluation der Weiterbildungsprogramme


Praxispartnerschaften

  • Praxisbesuche → Qualitätssicherung im dualen Studium
  • Evaluation der Zusammenarbeit → Weiterentwicklung des Theorie Praxis Transfers


Monitoring

  • Kennzahlen zu Studium, Forschung, Gleichstellung, Internationalisierung
  • Grundlage für strategische Entscheidungen im Präsidium und Senat
 

Qualitätskultur an der HSAP bedeutet:

  • gemeinsame Werte leben
  • klare Strukturen nutzen
  • Qualität im Alltag gestalten
  • Verantwortung teilen
  • kontinuierlich lernen und weiterentwickeln

3. Qualitätskonzept Lehre

3.1 Leitidee

Gute Lehre an der HSAP verbindet wissenschaftliche Fundierung, Praxisorientierung und eine wertschätzende, partizipative Lernkultur. Das Qualitätskonzept basiert auf einem kompetenzorientierten Modell mit vier Dimensionen: Haltung, Interaktion, Didaktik und Zusammenarbeit. Jede Dimension enthält klare Qualitätskriterien, praxisnahe Beispiele und Werkzeuge zur Selbstreflexion.

3.2 Vierdimensionen-Modell guter Lehre

Haltung


Diese Dimension beschreibt die professionelle Grundhaltung der Lehrenden gegenüber Studierenden, Fachlichkeit und eigener Weiterentwicklung.

Kernkriterien
  • Wissenschaftsfundierung
  • Verantwortung für Lernwege der Studierenden
  • Professionelle Selbstreflexion und kontinuierliche Weiterbildung
  • Wertschätzende, diversitätssensible Grundhaltung

Praxisbeispiele
  • Sprechstunden, in denen auch Praxisfragen und Belastungen thematisiert werden
  • Weitergabe von Literatur, Podcasts oder Forschungsergebnissen
  • Anwendung der Reckahner Reflexionen oder vergleichbarer Leitlinien

Checkliste für Lehrende
  • Sind meine Erwartungen transparent formuliert?
  • Habe ich Raum für individuelle Schwerpunktsetzungen geschaffen?
  • Habe ich Feedback zu meiner Lehre eingeholt und reflektiert?

Selbstreflexionsfragen
  • Wie gehe ich mit Heterogenität in der Gruppe um?
  • Wo habe ich meine eigene Haltung im Semester bewusst weiterentwickelt?

Interaktion


Diese Dimension umfasst die Gestaltung der Lernbeziehung und die aktive Einbindung der Studierenden.

Kernkriterien

  • Aktivierende Lernumgebungen
  • Transparente Leistungsanforderungen
  • Förderung individueller und professioneller Entwicklung


Praxisbeispiele

  • Einsatz von Gruppenarbeiten, World Cafés und weiteren kooperativen Methoden
  • Vorstellung der Leistungskriterien in der ersten Sitzung
  • Gespräche über Theorie-Praxis-Transfer


Checkliste für Lehrende

  • Sind die Studierenden aktiv beteiligt?
  • Sind die Anforderungen klar und nachvollziehbar?
  • Habe ich die unterschiedlichen Voraussetzungen der Studierenden berücksichtigt?


Selbstreflexionsfragen

  • Welche Interaktionsformate haben gut funktioniert?
  • Wo könnte ich Beteiligung noch stärker fördern?

Didaktik


Diese Dimension beschreibt die Planung, Strukturierung und methodische Gestaltung der Lehrveranstaltungen.

Kernkriterien

  • Strukturierte, nachvollziehbare Lehrkonzepte
  • Kompetenzorientierte Prüfungsformate
  • Einsatz geeigneter Medien und Materialien


Praxisbeispiele

  • Semesterpläne mit rotem Faden und klaren Lernzielen
  • Aufgaben für das Selbststudium mit Rückmeldung
  • Projektorientiertes und/oder forschendes Lernen


Checkliste für Lehrende

  • Ist der Semesterplan vollständig und verständlich?
  • Sind die Prüfungsformate kompetenzorientiert?
  • Sind die Materialien aktuell und didaktisch sinnvoll aufbereitet?


Selbstreflexionsfragen

  • Welche Methoden haben den Lernprozess besonders unterstützt?
  • Wie habe ich digitale Elemente sinnvoll integriert?

Zusammenarbeit


Diese Dimension umfasst die Kooperation zwischen Lehrenden, Studiengangsleitungen, Verwaltung und Praxispartnern.

Kernkriterien

  • Abstimmung im Lehrendenkollegium
  • Transparente Bewertungskriterien
  • Verzahnung von Theorie und Praxis


Praxisbeispiele

  • Absprachen im Studiengangsteam
  • Nutzung gemeinsamer Bewertungsleitlinien des Prüfungsausschusses


Checkliste für Lehrende

  • Habe ich mich mit Kolleg*innen zu Inhalten und Prüfungen abgestimmt?
  • Sind meine Bewertungskriterien transparent und konsistent?
  • Ist der Theorie-Praxis-Transfer sichtbar gestaltet?
  • Wie habe ich zur Teamkultur beigetragen?
  • Welche Impulse aus der Praxis habe ich in die Lehre integriert?

3.3 Hochschuldidaktische Weiterentwicklung

Lehrende werden in ihrer Professionalisierung unterstützt durch:

  • hochschuldidaktische Workshops (z. B. im Rahmen des Lehr-Forschungstages)
  • kollegiale Hospitationen
  • Austauschformate in Lehrendenteams

4. Qualitätskonzept Forschung

4.1 Leitidee

Forschung an der HSAP verbindet wissenschaftliche Qualität, gesellschaftliche Relevanz und Praxisorientierung. Das Forschungsverständnis orientiert sich an den Standards guter wissenschaftlicher Praxis, der Forschungssatzung der HSAP sowie nationalen und internationalen Leitlinien. Qualität entsteht durch klare Strukturen, transparente Prozesse und eine aktive Forschungskultur.

4.2 Forschungsqualitätsmodell

Das Forschungsqualitätsmodell umfasst fünf zentrale Bereiche, die gemeinsam die Grundlage für hochwertige Forschung bilden.

Finanzierung

  • Drittmittel werden transparent eingeworben und verantwortungsvoll eingesetzt
  • Finanzkalkulationen werden geprüft und dokumentiert
  • IT Infrastruktur (z. B. MAXQDA) wird via Forschungsbudget ermöglicht 


Methodik

  • Forschungsprojekte orientieren sich an wissenschaftlichen Gütekriterien und ethischen Standards
  • Die Forschungssatzung regelt wissenschaftliches Arbeiten, Datenschutz, Ethik und Qualitätssicherung
  • Diskriminierungskritische und diversitätssensible Forschung ist integraler Bestandteil


Publikation

  • Regelmäßige Veröffentlichungen in peer reviewten Fachzeitschriften werden erwartet
  • Ergebnisse werden transparent kommuniziert (Forschungsbericht, Website)
  • Open Science Prinzipien werden berücksichtigt, sofern möglich


Nachwuchs

  • Wissenschaftlicher Nachwuchs wird unterstützt
  • Nachwuchsforschende werden frühzeitig an Forschung herangeführt


Netzwerke

  • Kooperationen mit Hochschulen, Universitäten, Praxispartnern und Förderinstitutionen werden aktiv gepflegt
  • Der Forschungsreferent koordiniert Netzwerkaktivitäten und unterstützt bei Antragsstellungen

4.3 Verzahnung mit der Forschungssatzung

DieForschungssatzung zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis und zum Umgang mit Verdachtsfällen wissenschaftlichen Fehlverhaltens bildet den normativen Rahmen für wissenschaftliches Arbeiten an der HSAP. Das Qualitätskonzept Forschung ist eng mit ihr verbunden:

  • Wissenschaftliche Standards: Gute wissenschaftliche Praxis, Zitierregeln, Dokumentationspflichten
  • Ethik: Umgang mit personenbezogenen Daten, Forschungsethik, Einwilligungen
  • Qualitätssicherung: Peer Review, Projektbegleitung, Dokumentation
  • Verantwortlichkeiten: Rollen von Forschenden, Institutsrat, Präsidium und Verwaltung

4.4 Checkliste für Forschungsanträge

Inhaltliche Qualität

☐ Ist die Forschungsfrage klar formuliert?
☐ Ist die Relevanz wissenschaftlich und gesellschaftlich begründet?
☐ Sind Methoden und Design nachvollziehbar und angemessen?

Wissenschaftliche Standards

☐ Wurden ethische Aspekte geprüft?
☐ Entspricht das Projekt der Forschungssatzung?
☐ Sind Datenschutz und Einwilligungen geklärt?

Ressourcen

☐ Ist die Finanzplanung realistisch?
☐ Sind Personal  und Zeitressourcen gesichert?
☐ Ist die technische Infrastruktur vorhanden?

Kooperationen

☐ Sind Partnerinstitutionen sinnvoll eingebunden?
☐ Sind Rollen und Verantwortlichkeiten geklärt?

Dissemination

☐ Sind Publikations- und Transferwege geplant?
☐ Ist die Einbindung in das Forschungsprofil der HSAP erkennbar?

5. Qualitätskonzept Weiterbildung

5.1 Leitidee

Wissenschaftliche Weiterbildung an der HSAP verbindet akademische Qualität, berufliche Relevanz und flexible Lernformate. Das Qualitätskonzept basiert auf einem Vier Ebenen Modell, das die zentralen Qualitätsanforderungen systematisch abbildet: Organisation, Angebot, Durchführung und Ergebnis. Jede Ebene enthält klare Kriterien, Verantwortlichkeiten und standardisierte Prozesse.

5.2 Vier Ebenen Modell der wissenschaftlichen Weiterbildung

Ebene 1: Organisation
Diese Ebene umfasst die strukturellen und strategischen Rahmenbedingungen der Weiterbildung.

Kernkriterien

  • Verankerung der Weiterbildung im Leitbild und in der Hochschulstrategie
  • Regelmäßige Festlegung und Überprüfung strategischer Entwicklungsziele
  • Transparente Steuerung und Controlling (Budget, Zielerreichung)
  • Professionelle Beratung und Begleitung der Teilnehmenden
  • Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit 


Verantwortlichkeiten

  • Präsidium (strategische Steuerung)
  • Paritätische Akademie (operationale Steuerung)
  • Verwaltung (Immatrikulation, Prüfungen, Verträge)


Ebene 2: Angebot
Diese Ebene beschreibt die Entwicklung und Gestaltung der Weiterbildungsprogramme.

Kernkriterien

  • Systematische Bedarfserschließung (Praxispartner, Alumni, Arbeitsmarkt)
  • Adressatenorientierung (Berufstätige, heterogene Lebenslagen, Diversity)
  • Klare curriculare Struktur (Module, ECTS, Regelstudienzeit)
  • Wissenschaftliche Fundierung und Marktnähe
  • Transparente Ordnungen (Prüfungsordnung, Gebührenordnung)


Ebene 3: Durchführung
Diese Ebene umfasst die Qualität der Lehr Lernprozesse und der Lernumgebung.

Kernkriterien

  • Didaktisch hochwertige und erwachsenenpädagogisch ausgerichtete Materialien
  • Qualifiziertes Lehrpersonal aus Wissenschaft und Praxis
  • Geeignete Lerninfrastruktur (Räume, Technik, digitale Tools)
  • Aktivierende Lehr Lernformate (Blended Learning, Selbststudium, Praxisbezug)
  • Regelmäßige Evaluation 
     

Ebene 4: Ergebnis
Diese Ebene beschreibt die intendierten Wirkungen der Weiterbildung.

Kernkriterien

  • Klar formulierte Kompetenzziele in allen Modulen
  • Sicherstellung des Transfers in die berufliche Praxis
  • Vielfältige, kompetenzorientierte Prüfungsformate
  • Transparente Abschlussstrukturen (Master, Zertifikat, Modulnachweise)


Verantwortlichkeiten

  • Prüfungsausschuss (Qualität der Prüfungen)

5.3 Checkliste für neue Weiterbildungsangebote

Fachliche und curriculare Qualität

☐ Ist der Bedarf nachgewiesen?
☐ Sind Lernziele und Kompetenzen klar formuliert?
☐ Ist das Curriculum wissenschaftlich fundiert und praxisrelevant?


Zielgruppenorientierung

☐ Sind berufliche Anforderungen und Lebenslagen der Teilnehmenden berücksichtigt?
☐ Sind Formate flexibel und berufsbegleitend gestaltbar?


Strukturelle Voraussetzungen

☐ Liegen Prüfungs  und Gebührenordnungen vor?
☐ Sind Lehrende und Ressourcen gesichert?
☐ Ist die technische Infrastruktur ausreichend?


Wirtschaftlichkeit

☐ Ist die Kalkulation realistisch und nachhaltig?
☐ Sind Risiken und Alternativen berücksichtigt?


Qualitätssicherung

☐ Sind Evaluationsinstrumente definiert?
☐ Ist der Prozess der Weiterentwicklung festgelegt?

6. Qualitätskonzept Praxispartnerschaften

6.1 Prozesslandkarte: Kooperation mit Praxispartnern

Die Zusammenarbeit mit Praxispartnern folgt einem klaren, vierstufigen Prozess. Dieser kann als Prozessgrafik dargestellt werden:

1.Akquise

  • Systematische Recherche geeigneter Einrichtungen im regionalen Umfeld oder eigene Initiative des Partners
  • Präsentation des Studienmodells und Kooperationsmöglichkeiten
  • Erstkontakt durch Studiengangsleitung 

2. Vertrag

  • Abschluss eines Kooperationsvertrags mit klaren Regelungen zu:
    • Auswahl der Studierenden
    • Studiengebühren und Laufzeit
    • Kündigungsmodalitäten und Vertraulichkeit
  • Dokumentation im Vertragsarchiv

3. Begleitung

  • Zuweisung einer Fach- oder Praxisanleitung
  • Teilnahme an Praxisanleitungstreffen
  • Nutzung des Praxishandbuchs durch Studierende und Praxisanleitung
  • Unterstützung durch Studiengangsleitung und Lehrende
  • Nutzung des Praxishandbuchs durch Studierende und Praxisanleitung inkl. Rückmeldung an die Hochschule

4. Evaluation

  • Regelmäßige Befragung der Praxisanleitungen und Studierenden
  • Rückmeldeschleifen zur Qualität der Zusammenarbeit
  • Ableitung von Maßnahmen zur Weiterentwicklung

6.2 Rollenmatrix: Wer übernimmt welche Aufgaben?

RolleAufgaben im Kooperationsprozess
StudierendeFühren des Praxishandbuchs, aktive Reflexion, Feedback geben
PraxisanleitungBegleitung, Beratung, Teilnahme an Treffen, Aufgabenbetreuung
StudiengangsleitungAkquise, Vertragsabschluss, Koordination, Evaluation
Hochschule (gesamt)QM, Weiterbildung, Monitoring, digitale Infrastruktur

6.3 Kommunikationsbausteine

Standardisierte Formate erleichtern die Kommunikation und sorgen für Verlässlichkeit:

  • Semesterbrief: Informationen zu Terminen, Anforderungen, Ansprechpartnern
  • Kooperationsvertrag: Rechte, Pflichten

7. Monitoring-System der HSAP

7.1 Leitidee

Das Monitoring-System dient der kontinuierlichen Qualitätssicherung und strategischen Steuerung der Hochschule. Es erfasst zentrale Kennzahlen, verknüpft diese mit Entscheidungsprozessen und ermöglicht eine datenbasierte Weiterentwicklung. Die Ergebnisse werden in einem jährlichen Qualitätsbericht zusammengeführt und über ein digitales Dashboard visualisiert.

7.2 Jährlicher Qualitätsbericht

Statt vieler Einzelberichte wird ein konsolidierter Qualitätsbericht erstellt, der:

  • Entwicklungen und Trends analysiert
  • Maßnahmenempfehlungen ableitet
  • vom Präsidium verantwortet und im Akademischen Senat vorgestellt wird

8. Rollen und Verantwortlichkeiten im Qualitätsmanagement

Übersicht

Prozess/RollePräsident*inVizepräsid. LehreVizepräs. ForschungStudiengangsleitungPrüfungsamtLehrendeStudierende
StudiengangentwicklungARCRICC
EvaluationARRRICC
ForschungsprojekteCIA/RCIRI
PrüfungsorganisationICICA/RRI
PraxispartnerschaftenIRIRICC

A = Accountable, R = Responsible, C = Consulted, I = Informed

 

Rollenprofile

Präsident*in
Verantwortlich für die Gesamtsteuerung des Qualitätsmanagements, strategische Entscheidungen und Rechenschaft gegenüber dem Akademischen Senat. 
Bindeglied zwischen Hochschulleitung, Gremien und Träger.

Vizepräsidentschaft Lehre
Verantwortlich für die Qualitätssicherung in Studium und Lehre. 
Koordiniert Evaluationen, Studiengangsentwicklung und didaktische Weiterentwicklung. Arbeitet eng mit Studiengangsleitungen und Lehrenden zusammen.

Vizepräsidentschaft Forschung
Verantwortlich für Forschungsqualität, Forschungssatzung, Peer Review Prozesse und Monitoring der Forschungsaktivitäten. 
Unterstützt Forschungsprojekte und Nachwuchsförderung.

Studiengangsleitungen
Operativ verantwortlich für die Qualität der Studiengänge. 
Fokus auf die wissenschaftliche Expertise in den Studiengängen.
Zentrale Schnittstelle zwischen Hochschule, Studierenden und Praxis.

Studiengangskoordination
Operativ verantwortlich für das Management der Studiengänge. 
Koordinieren Lehrende, Praxispartner, Prüfungen und Evaluationen. 
Zentrale Schnittstelle zwischen Hochschule, Studierenden und Praxis.

Prüfungsamt
Sichert die Qualität und Rechtssicherheit aller Prüfungsprozesse. 
Verantwortlich für Dokumentation, Verwaltung und Kommunikation von Prüfungsleistungen.

Lehrende
Gestalten Lehre nach definierten Qualitätsstandards, beteiligen sich an Evaluationen und Weiterentwicklungen und unterstützen Studierende im Lernprozess.

Studierende
Aktive Mitwirkende im Qualitätsmanagement durch Evaluationen, Gremienarbeit und Feedback. 
Wichtige Perspektive für die Weiterentwicklung von Studium und Lehre.


Verknüpfung mit QM Prozessen


Jede Rolle ist klar in die zentralen QM Prozesse eingebunden:

Studiengangsentwicklung: Vizepräsidentschaft Lehre (Steuerung), Studiengangsleitung (Konzeption), Lehrende (Fachinput), Studierende (Feedback)

Evaluation: Vizepräsidentschaften (Analyse), Studiengangsleitungen (Maßnahmen), Lehrende (Umsetzung), Studierende (Rückmeldung)

Forschung: Vizepräsidentschaft Forschung (Qualität), Forschungsreferat (Prozess), Lehrende (Durchführung)

Praxispartnerschaften: Studiengangsleitungen (Koordination), Lehrende (Transfer), Studierende (Reflexion)

Prüfungswesen: Prüfungsamt (Organisation), Prüfungsausschuss (Regeln), Lehrende (Durchführung)