Forschung an der HSAP

TOBIS: Transprofessionelle Organisationsentwicklung von Schulträgern im digitalen Wandel

TOBIS steht für Transprofessionelle Organisationsentwicklung begleiten – Innovative Zusammenarbeit von Schulträgern zum digitalen Wandel und OER/OEP. Das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) im Rahmen der OER-Strategie geförderte Verbundprojekt begleitet Schulträger dabei, ihre Rolle in der digitalen Schulentwicklung weiterzuentwickeln, tragfähige Kooperationsstrukturen aufzubauen und offene Bildungspraktiken organisational zu verankern.

Das Projekt wird von der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP) Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Christin Tellisch koordiniert und gemeinsam mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, der Universität Vechta und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) umgesetzt.

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Die Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP) Berlin verantwortet insbesondere den Schwerpunkt transprofessionelle Zusammenarbeit, Schulentwicklung und pädagogische Organsiationesentwicklung – mit besonderem Fokus auf die Begleitung freier Schulträger.

Der TOBIS-Verbund auf einen Blick: Vier Hochschulen. Drei Teilträgernetzwerke. Ein gemeinsames TOBIS-Schulträgernetzwerk.

TOBIS ist als interdisziplinäres Verbundprojekt angelegt und bündelt unterschiedliche fachliche Expertisen.

Schulträger als Schnittstellenakteure digitaler Schulentwicklung

Digitale Schulentwicklung lässt sich nicht allein innerhalb einzelner Schulen gestalten. Sie entsteht an Schnittstellen zwischen Schulträgern, Schulleitungen, pädagogischen Teams, Vertreter:innen der Bildungsverwaltung, IT-Verantwortlichen, Datenschutzbeauftragten, Medienkoordinator:innen, Medienberater:innen, Eltern- und Lernendenvertretungen, Fachberater:innen, Bildungsforschenden und weiteren Bildungsakteur:innen. Gerade an diesen Schnittstellen entscheidet sich, ob digitale Entwicklungsprozesse pädagogisch sinnvoll, organisatorisch tragfähig und langfristig anschlussfähig werden.

Schulträger nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Sie verantworten wesentliche Rahmenbedingungen schulischer Entwicklung – etwa Infrastruktur, Ausstattung, Supportstrukturen, digitale Plattformen, Gebäude, Verwaltungsprozesse und strategische Entwicklungsfragen. Diese Aufgaben wirken jedoch nicht nur technisch oder administrativ, vielmehr prägen sie auch pädagogische Handlungsspielräume, Kommunikationswege, Materialnutzung, Beteiligungsformen und organisationale Entwicklungsprozesse.

Folglich sollte digitale Schulentwicklung nicht allein auf Beschaffung, Geräteausstattung oder Softwareentscheidungen reduziert werden. Sie erfordert geklärte Verantwortlichkeiten, verlässliche Abstimmungsstrukturen, gemeinsames Wissen über Entwicklungsziele und Formen der Zusammenarbeit, in denen unterschiedliche professionelle Handlungslogiken produktiv aufeinander bezogen werden. An dieser Stelle setzt TOBIS an.

Freie Träger verfügen häufig über besondere Gestaltungsspielräume, sind zugleich aber mit spezifischen Anforderungen konfrontiert: Pädagogisches Profil, Finanzierung, Organisationsentwicklung, Qualitätssicherung, technische Infrastruktur, Datenschutz, rechtliche Vorgaben und schulische Praxis müssen miteinander verbunden werden. Diese Konstellation macht freie Schulträger zu einem besonders aufschlussreichen Feld für die Erforschung transprofessioneller Organisationsentwicklung.

Das HSAP-Teilprojekt richtet den Blick nicht allein auf die Einführung digitaler Lösungen –  im Mittelpunkt steht vielmehr, wie Organisationen unter den Bedingungen digitaler Transformation handlungsfähig werden und bleiben können. Daraus ergeben sich insbesondere folgende Fragen:

  • Wie werden Wissen, Erfahrungen und Anforderungen zwischen unterschiedlichen Akteur:innen geteilt und übersetzt?
  • Wie lassen sich Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungspfade in digitalen Entwicklungsprozessen klären?
  • Wie entstehen Routinen und Abstimmungsstrukturen, die digitale Schulentwicklung langfristig tragen?
  • Wie können pädagogische, technische, administrative und rechtliche Anforderungen so miteinander verbunden werden, dass digitale Schulentwicklung organisational anschlussfähig bleibt?
     

Was ist und macht das Verbundprojekt TOBIS?

Was ist TOBIS?Forschungs- und Entwicklungsprojekt zur transprofessionellen Organisationsentwicklung von Schulträgern im digitalen Wandel
LeitfrageWie können Schulträger im digitalen Wandel fachlich, organisational, strategisch und kooperativ handlungsfähiger werden?
ArbeitsansatzWissenschaftliche Analyse, praxisnahe Begleitung und Beratung sowie Netzwerkbildung und Transfer
Was macht TOBIS?TOBIS unterstützt Schulträger dabei, Entwicklungsbedarfe, Rollen, Zuständigkeiten und Handlungsmöglichkeiten systematisch zu reflektieren und tragfähige Strategien für digitale Schulentwicklungsprozesse zu entwickeln.
ZielLangfristige Verankerung digitaler Schulentwicklung in verlässlichen Strukturen und Prozessen

Forschungs- und Entwicklungsdesign

Das Forschungs- und Entwicklungsdesign von TOBIS ist mehrstufig aufgebaut. Die einzelnen Schritte werden im Projektverlauf iterativ aufeinander bezogen und fortlaufend an die jeweiligen Ausgangslagen, Entwicklungsziele und Unterstützungsbedarfe der beteiligten Schulträger angepasst.

Zielgruppen und Netzwerk

Im Projekt werden freie, kommunal-städtische sowie kommunal-ländliche Schulträger in je eigenen Netzwerken begleitet und zugleich in einen trägerübergreifenden Austausch gebracht. Das TOBIS-Netzwerk richtet sich darüber hinaus an alle Akteur:innen, die im Kontext digitaler Schulentwicklung mit Schulträgern zusammenarbeiten oder an entsprechenden Schnittstellen tätig sind, wie etwa:

Die Netzwerke schaffen einen Rahmen für fachlichen Austausch, gemeinsame Reflexion und die Entwicklung übertragbarer Materialien. Sie ermöglichen es Schulträgern und ihren Partnern, voneinander zu lernen, gemeinsame Herausforderungen zu bearbeiten und tragfähige Strategien digitaler Schulentwicklung weiterzuentwickeln.

Projektaktivitäten

Rückblick

  • Seit Dezember 2024 läuft das Verbundprojekt TOBIS. Das Jahr 2025 war geprägt von Projektaufbau, Bedarfserhebung, dem Aufbau der Schulträgernetzwerke sowie ersten öffentlichen und projektinternen Austauschformaten.
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  • Im September 2025 fand der erste Netzwerkworkshop in Wolfsburg statt. Vertreter:innen unterschiedlicher Schulträger kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, zentrale Herausforderungen digitaler Schulentwicklung zu diskutieren und gemeinsame Arbeitsbeziehungen im Netzwerk aufzubauen.
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  • Am 4. März 2026 folgte der zweite Netzwerkworkshop als Online-Format mit dem Schwerpunkt „Künstliche Intelligenz in der Schulentwicklung“. Im Zentrum stand die Frage, wie KI schulische Entwicklungsprozesse didaktisch, organisatorisch und infrastrukturell verändert und welche Anforderungen daraus für transprofessionelle Zusammenarbeit entstehen. 
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  • Der dritte Netzwerkworkshop am 8. Juni 2026 widmet sich dem Thema „Datenschutz und digitale Schulentwicklung.“ Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Datenschutz nicht nur als Begrenzung, sondern auch als gestaltender Bestandteil digitaler Schulentwicklung verstanden und produktiv eingebunden werden kann.
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Aktuelle Informationen, Rückblicke, Veranstaltungshinweise und Materialien werden fortlaufend auf der TOBIS-Projektwebsite veröffentlicht.
 

Ausgewählte Vorträge, Veranstaltungen und Transfermaterialien

Hier ist eine Auswahl aktueller Beiträge, Netzwerkformate, Informationsmaterialien und Transferprodukte aus dem Verbundprojekt TOBIS. Weitere Materialien, Rückblicke und Veranstaltungshinweise finden Sie auf der TOBIS-Projektwebsite.

Veranstaltungen, Netzwerkformate und Transfermaterialien

  • Team Vechta zu Gast beim Schulmedientag Osnabrück
    12. März 2025 | Osnabrück | Link
     
  • Netzwerkworkshop #2: KI in der Schulentwicklung
    4. März 2026 | online | gestaltet durch Team Vechta / FAU | Link
     
  • Netzwerkworkshop #3: Datenschutz und digitale Schulentwicklung: Motor und/oder Hemmnis?
    8. Juni 2026 | online | organisiert durch das Team Vechta / FAU | Link 
     
  • TOBIS bei „OER im Blick“
    28./29. April 2026 | Köln | OER im Blick | Blogeintrag
     
  • TOBIS beim Ganztagskongress 2026
    Digital gestaltete Übergänge in der Ganztagsschule: Transprofessionelle Zusammenarbeit am Beispiel des Forschungs- und Entwicklungsprojekts TOBIS
    23. Juni 2026 | online | Link
     
  • OER des Monats
    Regelmäßige Impulse von Team Vechta / FAU zu Open Educational Resources und Open Educational Practices | Link
     
  • Newsletter #3 für das Teilträgernetzwerk „Freie Schulträger“
    Digitale Bildung strategisch gestalten
    Team HSAP | 20. Mai 2026 | Link

Ausgewählte Veröffentlichungen und Präsentationen

Hermstein, B., Tellisch, C., Bock, A., Rau, F., Brunner, S., Wandner, L., & Lang, A. C. (2025, 22.–24. September). Veränderte (digitale) Bildung – Veränderte Schulträger(-forschung)? [Symposium]. 89. Sektionstagung der Arbeitsgruppe für Empirische Pädagogische Forschung (AEPF) sowie der Kommission Bildungsplanung, Bildungsorganisation und Bildungsrecht (KBBB): Veränderte Bildung – Veränderte Bildungsforschung?, Universität Duisburg-Essen, Essen. www.uni-due.de/aepf2025/aepf2025.php

Lang, A. C., & Tellisch, C. (im Druck). Transprofessionelle Kommunikation als Bedingung organisationaler Anschlussfähigkeit in digitaler Schulentwicklung: Figurationen digitaler Zukünfte als medienpädagogische Analyseperspektive. In C. Helbig & S. Hofhues (Hrsg.), Politiken der Digitalisierung und Medienpädagogik (Reihe Digitalität und Bildung). transcript.

Lang, A. C., & Tellisch, C. (2025, 18. September). Freie Schulträger im Dialog – Einblicke, Kontakte & Perspektiven[Workshop]. Netzwerktagung TOBIS 2025: Auf dem Weg zum transprofessionellen Schulträger?, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Wolfsburg.

Lang, A. C., Tellisch, C., Brunner, S., Wandner, L., Rau, F., Hermstein, B., Bock, A., & Stastkova, M. (2025, 24. Januar). TOBIS: Transprofessionelle Organisationsentwicklung begleiten – Innovative Zusammenarbeit von Schulträgern zum digitalen Wandel und OER/OEP [Posterpräsentation]. Kick-off-Veranstaltung OE_Struktur, DLR Projektträger, online.

Rau, F., Bock, A., Hermstein, B., Tellisch, C., Wandner, L., Brunner, S., & Lang, A. C. (2025, 6.–7. Februar). Medienpädagogische Professionalisierung im Kontext transprofessioneller Zusammenarbeit: Konzeptionelle Überlegungen zur Begleitung von Schulträgern im digitalen Wandel [Vortrag]. Arbeitstagung Medienpädagogische Professionalisierung und Professionalität: Zusammenführung von Entwicklungen aus Theorie, Forschung und Praxis, FernUniversität in Hagen, Hagen.

Tellisch, C., & Lang, A. C. (2025, 18. September). Changemanagement im transprofessionellen Team aus der Perspektive der Schulträger – Digitale Schulentwicklung gemeinsam gestalten, Kompetenzen entwickeln [Workshop]. Netzwerktagung TOBIS 2025: Auf dem Weg zum transprofessionellen Schulträger?, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, Wolfsburg.
 

Kontakt und Mitmachen

Das TOBIS-Netzwerk richtet sich an Schulträger, Schulen und weitere Bildungsakteur:innen, die digitale Schulentwicklung gemeinsam, offen und nachhaltig gestalten möchten. Interessierte Schulträger und Kooperationspartner:innen können mit dem TOBIS-Team Kontakt aufnehmen, um Möglichkeiten der Beteiligung, Begleitung oder Vernetzung zu besprechen.

Projektleitung und -koordination TOBIS
Prof. Dr. Christin Tellisch

Ansprechperson für Rückfragen
Alexander C. Lang
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Verbundprojekt TOBIS
a.lang@hsap.de

Kontakt aufnehmen
TOBIS-Projektwebsite