Forschung an der HSAP

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Transprofessionelle Kommunikation in der Schulentwicklung

Transprofessionelle Kommunikation als Bedingung organisationaler Anschlussfähigkeit in digitaler Schulentwicklung: Figurationen digitaler Zukünfte als medienpädagogische Analyseperspektive


In der digitalen Schulentwicklung stehen Vertreter_innen von Schulträgern und Schulen, Medienverantwortliche sowie wissenschaftlich Tätige vor der Aufgabe, unterschiedliche Zuständigkeiten, Erwartungen und Handlungslogiken aufeinander abzustimmen. Wie sich die damit verbundenen Unterschiede in transprofessionellen Kommunikationsprozessen bearbeiten lassen und unter welchen Bedingungen tragfähige Entscheidungszusammenhänge entstehen, untersuchen Christin Tellisch und Alexander C. Lang in ihrem aktuellen Aufsatz, der im Jahrbuch Medienpädagogik 23 der Zeitschrift MedienPädagogik erschienen ist.

Ausgangspunkt ist ein Verständnis transprofessioneller Kommunikation als Koordinationsleistung, durch die professionelle und organisationale Handlungslogiken aufeinander bezogen werden, ohne ihre Differenzen aufzuheben. Auf kommunikations-, system- und medientheoretischer Grundlage entwickeln Tellisch und Lang eine heuristische Analyseperspektive, die normative Ansprüche, strukturelle Anschlussbedingungen und mediale Arrangements in ihrem Zusammenspiel erfasst. Diese Perspektive wenden sie auf zwei rekonstruktive Vignetten aus Netzwerktreffen und Workshops des Verbundprojekts TOBIS an, die sich mit der Einführung einer Lernplattform und der trägerübergreifenden Implementierung eines digitalen Support-Tools befassen. Dabei rekonstruieren sie, wie Schulträger durch Entscheidungen über Kommunikationsformate, organisationale Verfahren und digitale Infrastrukturen die Zusammenarbeit koordinieren und mitbestimmen, wer Verantwortung trägt, welches Wissen Anerkennung findet und welche Möglichkeiten der Partizipation bestehen. Zugleich zeigt sich eine grundlegende Ambivalenz, da entsprechende Verfahren zwar Beteiligung und gemeinsame Entscheidungsfähigkeit ermöglichen, jedoch bestimmte Anliegen begünstigen, die sich leichter in Zuständigkeiten, Entscheidungsverfahren und technische Kategorien übersetzen lassen als andere. 

Über technische Ausstattungs- und organisationale Implementierungsfragen hinaus wird digitale Schulentwicklung damit auch als Gestaltung institutionell gerahmter Kommunikationsräume und Entscheidungsarchitekturen untersucht. Berücksichtigt wird dabei, wie mediale Arrangements gegenwärtige Verständigungsprozesse strukturieren, Vorstellungen künftiger Schule stabilisieren und auf diese Weise auch aktuelle Entscheidungen beeinflussen.

Zur Veröffentlichung (Open Access)

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