Zur Sozialen Teilhabe von Grundschulkindern im Kontext familiärer Einkommensarmut
Eine Matratze, damit Freundinnen endlich übernachten können. Ein Boxhelm für das Training mit Freunden. Ausflüge, Spiele und Schulmaterial: Wofür Kinder Geld brauchen, um dazuzugehören, zeigt die Studie „Mitmachen macht stark“. Im Rahmen ihrer Kampagne „Kinderarmut abschaffen!“ stellte die AWO Schwaben Kindern ein Jahr lang monatlich 100 Euro für ihre Soziale Teilhabe zur Verfügung. Über die Verwendung entschieden sie selbst und wurden dabei in Fokusgruppen – den Kinderrechteteams – begleitet.
An der partizipativen Studie, die von Prof. Dr. Rebekka Bendig und Prof. Dr. Tanja Seider von der Hochschule für Soziale Arbeit und Pädagogik (HSAP) in Berlin konzipiert und durchgeführt wurde, nahmen rund 20 Kinder im Alter von acht bis elf Jahren teil. Sie setzten sich aus zwei Gruppen aus dem Augsburger Raum und dem Allgäu zusammen. Die Kinder hielten Erlebnisse unter anderem mit Fotos fest (Methode Photovoice) und besprachen ihre Erfahrungen in vier Kinderrechte-Workshops.
Geld eröffnet Möglichkeiten – Mitbestimmung stärkt Kinder
Die Erfahrungen der Kinder zeigen, wie eng Geld mit Freundschaften, Bildung und Freizeit verbunden ist. Die zusätzlichen Mittel machten es beispielsweise möglich, Freunde einzuladen, Sport auszuüben und mit der Familie Leichtigkeit und eine schöne gemeinsame Zeit zu erleben. Zugleich beschreiben die Wissenschaftlerinnen, wie wichtig es für die Kinder war, selbst zu entscheiden und mit ihren Sichtweisen gehört zu werden. Die Ergebnisse geben Einblick in das Zusammenspiel von finanziellen Möglichkeiten, Mitbestimmung und sozialem Umfeld.
Foto: Vorstellen der Ergebnisse der Studie in Kempten, von links: Brigitte Protschka (Präsidentin der AWO Schwaben), Prof. Dr. Tanja Seider (Autorin der Studie, HSAP Berlin), Prof. Dr. Rebekka Bendig (Autorin der Studie, HSAP Berlin) und Dieter Egger (Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben).
AWO Schwaben / Jan Klukkert
