Im Rahmen des Seminars „Ausgewählte Handlungsfelder der Sozialen Arbeit“ besuchten die Studierenden am 17. März 2026 verschiedene Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe in Berlin. Ziel war es, Einblicke in unterschiedliche Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit zu erhalten und die verschiedenen Lebenssituationen wohnungsloser und obdachloser Menschen besser zu verstehen.
Ein Teil der Gruppe besuchte das Wohnheim für wohnungslose Menschen in der Marchwitzastraße in Marzahn-Hellersdorf. Die Einrichtung besteht seit 2023 und richtet sich vorrangig an Familien mit Kindern. Auf sieben Etagen finden derzeit rund 170 Personen ein vorübergehendes Zuhause. Neun Mitarbeitende, darunter vier ausgebildete Sozialarbeiter:innen, begleiten die Bewohner:innen im Alltag und unterstützen sie bei sozialen und organisatorischen Anliegen. Während der Führung erhielten die Studierenden einen umfassenden Einblick in die Struktur und Abläufe des Hauses. Besonders beeindruckend war das spezielle Gewaltschutzkonzept der zwei Frauenetagen, das Sicherheit und Stabilität für von Gewalt betroffene Bewohnerinnen schafft. Ein weiterer Exkurs führte zur Wohnungslosenhilfe „Heim im Kiez“ in Bohnsdorf. Das helle und freundliche Gebäude bietet Platz für bis zu 80 Personen, darunter auch ganze Familien. Was den Studierenden hier besonders auffiel: Die Bewohner:innen werden ermutigt, sich aktiv in die Nachbarschaft zu integrieren – nicht nur nachbarschaftliches Engagement in Anspruch zu nehmen, sondern sich selbst aktiv ehrenamtlich einzubringen und sich als selbstwirksam zu erleben - etwa durch Kochkurse, Hausaufgabenhilfe oder bei Kiezfesten. Sozialarbeitende begleiten die Bewohner:innen kontinuierlich und bieten Beratung und Unterstützung an. Ein Detail, das im Gedächtnis blieb, war der liebevoll gestaltete Sandkasten und Grillstelle im Hof – ein Symbol für Normalität und Gemeinschaft.
Eine dritte Gruppe der Studierenden besichtigte die Einrichtung „Panorama Nord“ in der Osloer Straße. Die beiden Häuser sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden und bieten Platz für insgesamt 150 Personen. Der neuere Gebäudeteil richtet sich mit etwa 50 Plätzen speziell an Menschen mit psychologischem Unterstützungsbedarf. Es fiel auf, dass die Wahrung der Privatsphäre hier einen hohen Stellenwert hat: Bewohner:innen können sich bei individuellen Bedürfnissen jederzeit an die Fachkräfte wenden. Zusätzlich sorgt ein Sicherheitsdienst für Schutz und Stabilität. Die bloße Existenz einer Einrichtung für wohnungslose Menschen stellt bereits einen bedeutenden und äußerst wertvollen Beitrag für dieses Gebiet dar.
Spannend war für die Studierenden der Unterschied zwischen Wohnungslosigkeit und Obdachlosigkeit. Die Gespräche und biografischen Einblicke einzelner Bewohnerinnen machten deutlich, wie vielfältig die Lebenswege sind, die Menschen in solche Situationen führen können. Sie spiegeln die Vielfalt Berlins wieder. Die Exkursionen boten den Studierenden intensive Einblicke in diesen Bereich der Sozialen Arbeit. Sie verdeutlichten zugleich, welch zentrale Rolle Empathie, Beziehungsarbeit und strukturelle Unterstützung in der Sozialarbeit spielen.
Studiengruppe KJH25, Prof. Dr. Rebekka Bendig
Foto: Rebekka Bendig
Die Hochschule
‹‹ zurück
‹‹ zurück
Einblicke in die Wohnungslosenhilfe des Unionshilfswerks
